
CEO | Unwired Networks
Ihr persönlicher Leitfaden
Den richtigen Railway Router wählen
Als Betreiber neuer Bahnstrecken und Verantwortlicher für die Implementierung moderner Konnektivitätslösungen stehen Sie vor einem vielschichtigen Marktangebot. Die Vielzahl verfügbarer Railway-Router – mit jeweils eigenen Funktionen, Leistungsstufen und Zertifizierungen – macht die Auswahl der optimalen Lösung zu einer anspruchsvollen Aufgabe.
Wichtigsten Fragen bei der Railway Router Frage
In diesem Whitepaper gehen wir den wichtigsten Fragen nach, die sich bei der Auswahl moderner Railway-Router stellen.
Sie erfahren, welche Funktionen in der Praxis wirklich entscheidend sind – etwa zuverlässige Konnektivität, intelligentes Netzwerkmanagement, sicherer Fernzugriff und umfassende Schutzmechanismen gegen Cyberangriffe.
Darüber hinaus zeigen wir, wie die richtige Kombination aus Hardware und Software die Lebensdauer Ihrer Router deutlich verlängern kann – in vielen Fällen fast eine Verdopplung der Einsatzzeit. Der Schlüssel liegt in einem oft unterschätzten, aber entscheidenden Faktor: kontinuierlicher Softwaresupport und professionelles Lifecycle-Management.
Mit diesem Wissen können Sie fundierte Entscheidungen treffen, die Betriebssicherheit erhöhen, Ihre Investitionen besser ausschöpfen – und Ihre Bahninfrastruktur langfristig zukunftssicher machen.
Den passenden Railway-Router finden
In vier Schritten zur Auswahl
Zur besseren Orientierung bei der Routerauswahl bieten wir Ihnen eine klare Schritt-für-Schritt-Methodik:
Definieren SIe ihr Einsatzszenario
- Einfache Betriebskommunikation (Light Rail):
Grundfunktionen wie Telemetrie und die Übertragung von Fahrzeugdaten zur Strecke. - Nicht-kritisch, hoher Bandbreitenbedarf (Heavy Rail): Solide Bandbreite für WLAN, Videoüberwachung, grundlegendes Edge Computing und VPN-Funktionalität.
- Leistungsintensive Anwendungen (High-Speed Rail): Premium-WLAN, Echtzeitkommunikation und mehrere parallele Edge-Anwendungen.
Netzwerkkapazität planen
- Bauform & Montage:
Verfügbare Einbauflächen, Temperaturbereiche und mechanische Kompatibilität prüfen. - Stromversorgung:
Prüfen Sie die Kompatibilität (24-110V, PoE). - Netzwerkleistung:
Ethernet Bandbreite (100 Mbit/s, 1-10 Gbit/s). - Mobilfunk & WLAN:
Passende LTE-/5G-Standards und WLAN-Spezifikationen. - Weitere Schnittstellen:
GNSS-Funktionalität und OT-Schnittstellen (Serial, CAN). - Rechenleistung: Prozessorarchitektur (ARM vs. x86), RAM-Ausstattung und KI-Beschleunigung.
In Regionalprojekten ist Gigabit-Netzwerktechnik meist ausreichend – wer zukunftssicher planen möchte, setzt auf 2,5 Gbit/s. Bei nationalen Projekten sollten 10 Gbit/s und geeignete Verkabelung von Anfang an eingeplant werden.
Netzwerkkapazität planen
- Erforderliche Bandbreite berechnen
Grundlage ist die Fahrgastanzahl und der zu erwartende Datenverbrauch. - Routeranzahl & Mobilfunk Anbindung festlegen
Berücksichtigen Sie Fahrzeuglänge, Fahrgastzahl, verfügbare Mobilfunktechnologien und ggf. Satellitenoptionen. - WLAN-Abdeckung optimieren
Planen Sie Access Points basierend auf der Fahrgastdichte, um stabile und leistungsfähige Verbindungen im gesamten Fahrzeug sicherzustellen.
FAQ
Wie wähle ich den richtigen Railway-Router für meinen Zugtyp aus?
Je nach Zugtyp unterscheiden sich die Anforderungen an Router-Konfigurationen:
- Straßenbahn (Light Rail): Kompakte Router mit 1–2 LTE/5G-Modems
- Regionalzüge: Modulare Router mit mehreren Uplinks und Edge-Computing-Funktionen
- Hochgeschwindigkeitszüge: Hochleistungsfähige Rack-Router mit Satellitenanbindung und 4–6 Mobilfunkmodems
Tipp: Bewerten Sie vor der Auswahl stets den konkreten Einsatzzweck, die Fahrgastanzahl und die betrieblichen Anforderungen.
Ist Wi-Fi 7 für Railway-Router notwendig?
Nein – Wi-Fi 7 ist aktuell in den meisten Bahn-Szenarien nicht erforderlich.
- Wi-Fi 6: Bester Kompromiss aus Leistung, Gerätekompatibilität und Zukunftssicherheit
- Wi-Fi 5: Kann bei hoher Auslastung zu Engpässen führen
- Wi-Fi 7: Noch teuer und bietet im Bahnkontext derzeit nur begrenzten Mehrwert
Wie viel Bandbreite benötigt mein Zug?
So berechnen Sie den Bandbreitenbedarf für Ihre Router-Infrastruktur:
- 0,5–0,7 Mbit/s pro Fahrgast für Pendlerzüge
- 1–2 Mbit/s pro Fahrgast für Fernverkehr
- Multiplizieren Sie mit der Sitzplatzanzahl und berücksichtigen Sie eine gleichzeitige Nutzungsrate (meist unter 50 %)
Damit lassen sich Mobilfunk-Uplinks und WLAN-Kapazitäten zielgerichtet dimensionieren.
Wie viele Railway-Router benötigt mein Zug?
Faustregel:
- 1 Router unterstützt bis zu 4 einstöckige Waggons
- 2+ Router bei Doppelstockzügen oder langen Kompositionen zur besseren Bandbreitenbündelung
Empfehlungen:
- Für Basisanforderungen: LTE CAT12+
- Für hohe Anforderungen: 5G mit 2–3 Modems
- Mehr als 3 Modems vermeiden – zu hohe Antennenkabel-Komplexität
- LEO-Satellitenuplinks (z. B. Starlink) können die Performance zusätzlich verbessern – sofern verfügbar
Welche Zertifizierungen und Cybersicherheitsstandards sollte ein Railway-Router erfüllen?
Zertifizierungsanforderungen unterscheiden sich je nach Betreiber, Region und Anwendungsfall.
Unverzichtbar bei der Beschaffung:
- EN 50155 (Betriebssicherheit)
- EN 45545 (Brandschutz)
Zeitpunkt- und einsatzabhängig:
- RED (EU 2022/30) – ab 2025 verpflichtend
- EU Cyber Resilience Act (CRA)
- IEC 62443 / DIN EN 50701 (IT/OT-Sicherheit im Bahnkontext)
- NIS 2 Richtlinie und DSGVO
Empfehlung: Setzen Sie auf Plattformen, die durch Dokumentation, Testnachweise und OTA-Updates nachweislich zertifizierbar sind. So vermeiden Sie teure Vorabzertifizierungen und bleiben flexibel gegenüber zukünftigen Anforderungen.



